Professionelles Datenmanagement erfordert übergreifende Systeme.

Datenmanagement: Wenn alle Informationen stimmen, aber keine zusammenpassen

Erfahren Sie, warum Kundendaten oft kein Gesamtbild ergeben – und wie gutes Datenmanagement hilft.

Im Vertrieb ist der Kunde aktiv. Im Marketing gilt er als inaktiv. Im Service wartet er seit Tagen auf eine Lösung. Wer hat recht? Möglicherweise alle drei. Genau das ist das Problem.

Das Meeting beginnt mit einer einfachen Frage: Wie steht es um unsere Bestandskunden? Der Vertrieb meldet gute Aussichten, das Marketing sinkende Reaktionen und der Service eine wachsende Zahl offener Anfragen. Drei Auswertungen, drei unterschiedliche Bilder. Also wird erst einmal geklärt, welche Zahlen aktuell sind, wer welche Kontakte berücksichtigt hat und was „aktiv“ überhaupt bedeutet. Die eigentliche Frage muss warten. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, fehlt es Ihrem Unternehmen möglicherweise nicht an Daten. Es fehlt an einer gemeinsamen Grundlage, um sie richtig einzuordnen.

 

Ein Kunde, mehrere Wahrheiten

Unterschiedliche Sichtweisen sind zunächst ganz normal. Der Vertrieb schaut auf Gespräche und Verkaufschancen, das Marketing auf Kampagnen und Reaktionen, der Service auf Anfragen und deren Bearbeitung. Schwierig wird es, wenn diese Ausschnitte nicht zusammengeführt werden. Dann erhält ein Kunde eine Einladung zum nächsten Beratungsgespräch, obwohl er gerade auf die Lösung eines dringenden Problems wartet. Oder er landet in einer Reaktivierungskampagne, während der Vertrieb bereits über einen neuen Auftrag verhandelt. Jede einzelne Aktion lässt sich aus den verfügbaren Informationen erklären. Aus Kundensicht wirkt das Unternehmen trotzdem schlecht abgestimmt.

Die Ursachen liegen oft in einer über Jahre gewachsenen Systemlandschaft. Im CRM stehen die Ansprechpartner, im ERP die Aufträge, im Marketingtool die Einwilligungen und im Servicesystem die offenen Tickets. Hinzu kommen Listen, die für einzelne Aufgaben angelegt wurden und längst ein Eigenleben führen. Selbst wenn zwischen den Anwendungen Daten übertragen werden, entsteht daraus nicht automatisch ein verlässliches Gesamtbild. Gehören zwei Datensätze zum selben Unternehmen? Ist der neue Ansprechpartner bereits überall hinterlegt? Und bedeutet „Bestandskunde“ einen laufenden Vertrag, einen Auftrag im vergangenen Jahr oder irgendeinen Kauf in der Unternehmensgeschichte?

 

Was widersprüchliche Daten im Alltag kosten

Der Aufwand zeigt sich selten als eigener Posten in der Kostenrechnung. Er steckt in Rückfragen, manuellen Abgleichen und Entscheidungen, die vertagt werden. Vor einer Kampagne wird die Empfängerliste noch einmal vom Vertrieb geprüft. Für das Management-Reporting führt jemand mehrere Exporte zusammen. Vor einem Kundentermin muss der aktuelle Stand aus verschiedenen Anwendungen zusammengesucht werden. Das kann im Einzelfall funktionieren. Als dauerhafter Arbeitsmodus bindet es Zeit und macht Prozesse davon abhängig, dass die richtigen Menschen die fehlenden Zusammenhänge kennen.

Noch schwieriger wird es, wenn Ihre Mitarbeiter den Daten im System nicht mehr vertrauen. Wer mehrfach veraltete Ansprechpartner oder unvollständige Kundenhistorien vorfindet, legt sich irgendwann eine eigene Übersicht an. Das ist nachvollziehbar, schafft aber eine weitere Datenquelle, die gepflegt werden müsste. Mit jeder zusätzlichen Liste wächst die Unsicherheit darüber, welcher Stand verbindlich ist. Ein CRM kann unter diesen Bedingungen technisch einwandfrei laufen und im Alltag trotzdem an Bedeutung verlieren.

 

Eine Schnittstelle allein schafft noch keine gemeinsame Kundensicht

Systeme zu verbinden ist ein wichtiger Schritt. Vorher muss jedoch klar sein, welche Informationen wo entstehen, welches System für welche Daten maßgeblich ist und wie Änderungen übernommen werden. Eine neue Anschrift kann beispielsweise im ERP gepflegt werden, während der Vertrieb Ansprechpartner im CRM aktualisiert und das Marketing Einwilligungen verwaltet. Dafür braucht es nachvollziehbare Regeln. Sonst werden widersprüchliche Angaben lediglich schneller zwischen den Anwendungen verteilt.

Ebenso wichtig sind gemeinsame Definitionen. Vertrieb und Marketing müssen einen Kunden nicht nach denselben Kriterien bewerten. Sie sollten aber erkennen können, worauf die jeweilige Bewertung beruht. Ein Kontakt kann für den Vertrieb relevant sein und zugleich keine Werbeeinwilligung haben. Ein Unternehmen kann regelmäßig bestellen, ohne auf Newsletter zu reagieren. Werden diese Informationen sauber zugeordnet und im jeweiligen Zusammenhang genutzt, ergänzen sich die Perspektiven. Genau hier setzt professionelles Datenmanagement an: bei der Qualität, Verbindung und verlässlichen Nutzung von Daten über Systemgrenzen hinweg.

 

Mit einer konkreten Frage anfangen

Für den Einstieg muss Ihre gesamte Datenlandschaft nicht sofort neu geordnet werden. Hilfreicher ist oft eine konkrete Frage, die Ihr Unternehmen heute nur mit viel Abstimmung beantworten kann, z.B.: Welche Bestandskunden haben seit sechs Monaten nichts bestellt? Bei welchen offenen Verkaufschancen gibt es gleichzeitig ungelöste Servicefälle? Welche Ansprechpartner dürfen wir für eine bestimmte Kampagne kontaktieren? An solchen Fragen wird schnell sichtbar, welche Informationen fehlen, wo Zuordnungen nicht funktionieren und welche Regeln gebraucht werden. So lässt sich Datenmanagement an einer Aufgabe ausrichten, deren Nutzen im Alltag unmittelbar erkennbar ist.

Auch beim Einsatz von KI bleibt diese Grundlage entscheidend. Eine automatisch erstellte Kundenzusammenfassung hilft Ihnen nur dann weiter, wenn die relevanten Informationen verfügbar und dem richtigen Kunden zugeordnet sind. Fehlen aktuelle Servicefälle oder wird mit einem veralteten Status gearbeitet, kann die Zusammenfassung ein unvollständiges Bild vermitteln. Bevor Sie weitere Auswertungen und intelligente Funktionen einsetzen, lohnt sich deshalb eine einfache Prüfung: Können wir den Daten vertrauen, auf denen diese Ergebnisse beruhen?

Beim nächsten Meeting müssen Vertrieb, Marketing und Service nicht dieselbe Einschätzung vertreten. Ihre unterschiedlichen Perspektiven sind wertvoll. Sie sollten nur nicht erst darüber diskutieren müssen, ob sie überhaupt über denselben Kunden und denselben Datenstand sprechen. Dann bleibt mehr Zeit für die Frage, um die es eigentlich geht: Was tun wir als Nächstes?

 

Sie möchten Ihre Kundendaten zusammenführen und verlässlicher nutzen? Kontaktieren Sie unsere Experten. Wir helfen gerne weiter.

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Ihr Frank Tjaben
Leiter Vertrieb
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